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Physiotherapie für Kletterverletzungen in St. Pölten & Wien

Die Belastungen beim Klettern auf Ringbänder, Sehnen und Fingerkapseln sind einzigartig und erfordern eine spezialisierte Herangehensweise. In meiner Praxis in St. Pölten verzichte ich auf pauschale Ratschläge und setze stattdessen auf eine präzise Differenzialdiagnostik. Gemeinsam analysieren wir die biomechanische Ursache deiner Beschwerden, um durch gezielte Belastungssteuerung und evidenzbasierte Therapie einen nachhaltigen „Return-to-Wall“ zu ermöglichen.

Fokus Klettersport: Spezifische Verletzungsbilder und Diagnostik

Kletterinduzierte Beschwerden erfordern eine differenzierte Betrachtung des Entstehungsmechanismus. 

1. Traumatische Verletzungen 

Hierbei handelt es sich um plötzliche Ereignisse, meist infolge von Sturzbelastungen oder akuten Krafteinwirkungen im Maximalkraftbereich. Die differentialdiagnostische Abklärung fokussiert sich auf den strukturellen Integritätsverlust:

  • Finger: Akute Ringbandrupturen oder Sehnenanrisse nach plötzlichem Belastungswechsel (z. B. Wegrutschen der Füße im Crimp-Griff).

  • Schulter: Akute Luxationen oder Labrum-Läsionen durch exzentrische Fangstöße oder Sturz abgefangene Bewegungen.

  • Untere Extremität: Bandstrukturverletzungen am Sprung- oder Kniegelenk infolge von unkontrollierten Landungen auf der Matte oder im Gelände.

2. Überlastungsbedingte Syndrome 

Diese Beschwerden entwickeln sich progressiv durch repetitive Überbelastungen. Die Differentialdiagnostik dient hier vor allem der Identifikation des tatsächlichen Verletzungsmechanismus:

  • Finger & Hand: Chronische Kapselreizungen (Synovitiden) oder degenerative Veränderungen der Sehnenansätze durch hohe Trainingsfrequenz.

  • Ellbogen: Tendinopathien

  • Schultergürtel: Funktionelle Impingement-Syndrome oder adaptive Sehnenveränderungen der Rotatorenmanschette durch repetitive Überkopfbelastungen.

Eine fundierte Abklärung dieser Kategorien ist die Voraussetzung, um die aktuelle Gewebebelastbarkeit objektiv einzuordnen und das Risiko für Chronifizierungen zu minimieren.

Die Ringbandverletzung: Vom Trauma zur kontrollierten Belastung

Eine Ringbandverletzung (Pulley Injury) tritt meist beim intensiven Bouldern oder Klettern im Grenzbereich auf. Der klassische Hergang ist die maximale Belastung im aufgestellten Griff (Crimp): Da die Beugesehnen durch die Ringbänder eng am Knochen gehalten werden, entstehen in dieser Position enorme Hebelkräfte. Versagt ein Ringband (meist A2 oder A4) unter dieser Last, verliert die Sehne ihre Führung.

Für einen nachhaltigen Return-to-Wall ist ein schrittweiser Aufbau entscheidend. Bei Physionowo begleite ich diesen Prozess durch objektive Daten statt durch bloßes Raten:

Schritt 1: Differentialdiagnostik & Akutphase

Zunächst bestimmen wir den Grad der Verletzung (Zerrung, Teilriss oder Komplettruptur). In der ersten Phase steht der Schutz der Struktur im Vordergrund, wobei wir bereits frühzeitig die physiologische Beweglichkeit fördern, ohne das verletzte Band mechanisch zu überlasten.

Schritt 2: Objektive Kraftmessung mit Tindeq

Sobald die Akutphase abgeschlossen ist, nutzen wir den Tindeq Progressor, um den Status quo zu ermitteln. Durch hochpräzise Kraftmessungen am Hangboard oder dem Tension Block bestimmen wir deine aktuelle schmerzfreie Maximalkraft. Diese Daten dienen als Nullpunkt für die gesamte weitere Rehabilitation.

Schritt 3: Progressives Sehnen-Loading

Basierend auf deinen Messwerten definieren wir exakte Trainingsreize. Wir nutzen das Prinzip des Isometric Loadings, um das Gewebe kontrolliert zur Kollagensynthese anzuregen. Wir wissen genau, bei wie viel Kilogramm Belastung deine Sehne steht, und steigern diese Last systematisch, um eine stabile Narbenbildung und Gewebeadaptation zu erreichen.

Schritt 4: Funktionelle Integration & Return-to-Wall

In der finalen Phase vergleichen wir die Kraftwerte der verletzten Hand mit deiner gesunden Seite (Side-to-Side Comparison). Erst wenn ein definiertes Kraftverhältnis erreicht ist und die objektiven Daten des Tindeq eine ausreichende Belastbarkeit zeigen, erfolgt die Freigabe für kletterspezifische Belastungen in deinem Level.

Warum dieser Weg der sicherste ist:

Durch die objektive Kraftmessung eliminieren wir das Risiko eines zu frühen Wiedereinstiegs – der häufigsten Ursache für langwierige Rezidive. Du erhältst bei mir einen klaren Fahrplan, der auf physiologischen Fakten und deiner individuellen Leistungskurve basiert.

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